Ist die Globalisierung Basis unseres Wohlstandes?

Und leben wir auf Kosten der anderen?
Sind wir Ausbeuter und Parasiten?

Man ist sich weitgehend einig: Der Globalisierung verdanken wir unseren Wohlstand und angeblich leben wir auf Kosten der anderen. "Würden nicht weltweit Billiglöhner schamlos ausgenutzt, könnte sich die Bevölkerung in den reichen Ländern vieles nicht leisten", heißt es. Doch stimmen diese ungeheuren Vorwürfe? Wie schaut es mit der Beweislage aus?

 

1. Beweisebene:


Seit 1980 sinken die Reallöhne und Renten!

In Deutschland sind seit 1980 die inflationsbereinigten Nettolöhne und Renten um etwa 20 % gesunken! Nicht einmal dieser entlarvende Fakt ist ins Bewusstsein der Bevölkerung vorgedrungen. Weil er von der Politik und den Medien hartnäckig geleugnet und vertuscht wird. Man gaukelt Erfolge vor, die es nicht gibt und wiederholt penetrant die beliebten Standard-Verdummungsthesen ("Wir profitieren ganz besonders ... von der EU, dem Euro, dem Freihandel, der Globalisierung, der Zuwanderung"). Näheres...

Schon allein dieser eine Aspekt, die negative Entwicklung der Reallöhne und Renten, lässt erkennen, dass die über die Medien verbreitete Wohlstandsthese pure Propaganda ist.
Die Globalisierung schmälert die Kaufkraft und beeinträchtigt unsere Lebensqualität.

 

2. Beweisebene:


Seit den 1960er Jahren haben sich die Arbeitslosenzahlen verzehnfacht!

Ist eine Verzehnfachung der Arbeitslosenzahlen ein Beweis für eine wohlstandsfördernde Globalisierung? Wohl kaum! Auch hier wird wieder getrickst und getäuscht, indem man Statistiken schönt, einen Fachkräftemangel proklamiert und mit dem absoluten Höchststand aus dem Jahr 2005 hinkende Vergleiche anstellt. Näheres...

Dass heute die Arbeitslosenzahlen nicht noch weit höher liegen, hängt wesentlich mit Sondereffekten zusammen - zum Beispiel der hochriskanten Billiggeldschwemme (die den Sparer schleichend enteignet), dem Euro-Währungsdumping, den derzeit niedrigen Rohstoffpreisen usw.

 

3. Beweisebene:

Eine Reihe von technischen Geräten ist heute äußerst günstig zu haben.
Aber diese Preisrückgänge sind nur zu einem geringen Teil auf die Minilöhne in Fernost zurückzuführen.
Hauptursache des erfreulichen Trends sind umwälzende technologische Innovationen und die Automatisierung von Produktionsabläufen.

Sinkende Preise führen zu falschen Schlussfolgerungen!

Was den Tricksern und Täuschern sehr gelegen kommt ist die Tatsache, dass manche Waren immer billiger werden.

In der Regel ist dies aber die Folge des technologischen Fortschritts und der Automatisierung.
Ein Computer, der dereinst einen großen Saal ausfüllte, passt heute trotz tausendfach höherer Leistung in die Aktentasche. Es werden nicht mehr mehrere Tonnen an Technik verbaut, sondern nur noch einige hundert Gramm. Winzige Mikroprozessoren ersetzen derweil auf allen Ebenen komplexe, voluminöse Bauteile.
Seit 1900 hat sich die Produktivität (unabhängig vom Lohn) verzehnfacht - selbst in der Landwirtschaft. Das ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis!

Spottbillige Notebooks, Smartphones, Radios und TV-Geräte erwecken den Eindruck von allgemein sinkenden Preisen und einer wachsenden Kaufkraft.
Aber die Gesamtbilanz ist nun einmal negativ, die oberflächliche Wahrnehmung täuscht! Weil die Preise, Steuern und Sozialabgaben insgesamt betrachtet stärker stiegen als die Einkommen.

 

4. Beweisebene:

Nur wenige Produkte (oft minderer Qualität) sind durch die Ausbeutung der Hungerlöhner wirklich spottbillig geworden.
Aber will unsere Gesellschaft diese Ausbeutung oder ist sie davon abhängig?
Ganz bestimmt nicht - zumal die damit verbundenen Nachteile zehnmal schwerer wiegen als die bescheidenen Vorteile. Die (ungewollte) Ausbeutung kommt uns insgesamt betrachtet sehr teuer zu stehen.

Einige Billigprodukte vernebeln die Sinne!

Natürlich gibt es Billigwaren, die die These der Ausbeutung untermauern. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die immer wieder ins Feld geführten Billigklamotten. T-Shirts für drei Euro sind tatsächlich eine Folge erbarmungslosen Lohndumpings. Die Hersteller bzw. Vertreiber dieser Produkte argumentieren, keine höheren Löhne zahlen zu können, wolle man seine Konkurrenzfähigkeit erhalten.
Was für eine erbärmliche Ausrede! Das eigene Wohlergehen bzw. der persönliche Geschäftserfolg kann doch nicht als Rechtfertigung für eine Ausbeutung herhalten. Ansonsten ließe sich auch die Sklaverei in früheren Jahrhunderten rechtfertigen. Sind die ach so tüchtigen Geschäftsleute nicht in der Lage, auf anständige Weise ihr Brot zu verdienen?

Als besonders beschämend beurteile ich das Vorgehen zahlreicher Markenartikler, die die niedrigen Gestehungskosten nicht an den Verbraucher weitergeben. Sie investieren das eingesparte Geld lieber in teure Marketingfeldzüge, um den Weltmarkt zu erobern und ihren Aktionären satte Dividenden zu bescheren.

Sozial eingestellte Regierungen könnten dieses menschenunwürdige Geschäftsgebaren auf recht einfache Weise beenden:
Sie könnten Importe nur dann erlauben, wenn der Hersteller oder Vertreiber nachweisen kann, dass in der gesamten Produktionskette akzeptable Mindestlöhne gezahlt wurden
(die sich im Laufe der Zeit an das westliche Niveau anpassen).
Können diese Mindestlohn-Nachweise nicht erbracht werden, dürfen die Produkte eben nicht eingeführt werden oder es wird ersatzweise ein hundertprozentiger Zusatzoll erhoben (würden die Einnahmen daraus zur Finanzierung der Entwicklungshilfe verwendet, könnte wohl kaum jemand etwas dagegen einwenden).


Was macht es schon, wenn das Pfund Kaffee statt 3,50 Euro dann fünf oder sechs Euro kostet und man für ein Billig-T-Shirt statt drei mindestens sechs oder sieben Euro hinblättern muss?
Kein aufrechter Mensch in Deutschland befürwortet die Ausbeutung von Hungerlöhnern in anderen Staaten!
Das fiese System wird der Gesellschaft aufgezwungen! Weil unsere Politiker sich weigern, anständige Mindestlöhne bei eingeführten Waren einzufordern.

Dabei wirkt sich das widerliche Lohndumping für Otto Normalbürger insgesamt extrem nachteilig aus! Weil er eben nicht nur Konsument, sondern gleichzeitig auch Erwerbstätiger oder Rentner ist. Auf der einen Seite spart der Verbraucher aufgrund der Hungerlöhne vielleicht 100 Euro im Monat. Anderseits macht ihn das globale Lohndumping aber zum großen Verlierer und Opfer: Aufgrund des globalen Lohndumpings koppeln sich die Reallöhne und Renten völlig vom Produktivitätswachstum ab.
Unterm Strich ergibt sich für einen erwerbstätigen Bundesbürger aus dem freien Ausbeutungs-Welthandel ein Kaufkraftverlust von durchschnittlich etwa 1500 Euro (monatlich).

Wer einwendet, die Einhaltung des Mindestlohnes könne bei Importen kaum kontrolliert werden, verkennt die Folgen eines solchen Gesetzes.
Um den hohen Strafzöllen für ungeklärte Zulieferketten zu entgehen, werden viele Hersteller die Zersplitterung der Produktionsabläufe einschränken und die Zahl ihrer Zulieferer verringern. Zudem sorgt auch die wachende Konkurrenz dafür, dass dreiste Betrüger auffliegen.
Die Produktion wird durch ein Mindeslohn-Importgesetz weltweit überschaubarer und kontrollierbarer. Es wird einfacher werden, dubiose Geschäftsbeziehungen aufzudecken und zu unterbinden.

 

5. Beweisebene:


Ist es effizient, Büsumer Nordseekrabben per Lkw nach Marokko zu karren, sie dort pulen zu lassen, um sie danach wieder nach Deutschland zu transportieren?
Fördert dies die Umwelt, wird die Qualität dadurch besser (die Ware frischer)?

Die internationale Arbeitsteilung ist im höchsten Maße ineffizient!

Im Grunde genommen ist die internationale Arbeitsteilung äußerst umständlich und kontraproduktiv. Es vereinfacht die Produktion nicht, wenn zum Beispiel die Bauteile einer elektrischen Zahnbürste aus weltweit verstreuten Fabriken angeliefert werden.

Die Produktion lässt sich durch die Dezentralisierung schlechter koordinieren, der Aufwand für die Logistik und Qualitätskontrolle vervielfacht sich, es werden unzählige Dolmetscher und Juristen benötigt - und der Hersteller muss dennoch bangen, dass seine Produkte im fernen Ausland gefälscht oder nachgeahmt werden, sein Unternehmen im Ausland mit juristischen Tricks ausgebootet wird, er zu unfreiwilligen Joint Ventures gezwungen wird, Betriebsgeheimnisse ausspioniert und Patente missachtet werden.

Der ganze Risiko und der große Aufwand rechnet sich für den Hersteller nur aus einem Grund: Wegen des grotesken Lohngefälles!

Kann die umständliche internationale Arbeitsteilung dem Wohle der Menschheit dienen?

 

6. Beweisebene:

Wieviele Tote, Kranke, Lärm- und Stressgeplagte und welche Klimaschäden und Umweltbelastungen verdanken wir dem kontraproduktiven Warentourismus, der internationalen Arbeitsteilung, der Globalisierung?

Die wahren Kosten werden verschwiegen!

Die umständliche internationale Arbeitsteilung und der daraus resultierende Warentourimus belastet im hohen Maße die Umwelt und die Atmosphäre. Allein in Deutschland sterben pro Jahr mindestens 40.000 Menschen an den Folgen der Feinstaubemissionen. Dies kann man natürlich nicht alles der Globalisierung anlasten - zum Teil aber doch. Man bedenke auch: Gäbe es den globalen Dumpingwettbewerb nicht, könnten (weltweit) auch höhere Umweltstandards umgesetzt werden.

Warum werden diese Negativfaktoren ignoriert? Die Kosten der globalisierungsbedingten Umweltzerstörung tauchen in keiner Bilanz auf. Auch aus dieser Perspektive heraus wird deutlich, dass die Globalisierung eben nicht wie versprochen unseren Wohlstand fördert, sondern ganz im Gegenteil unsere Lebensqualität einschränkt.

 

7. Beweisebene:


Die internationale Arbeitsteilung fördert nicht die Qualität!

Als Chef eines Fotoversandhauses kann man so manches Mal auch hinter die Kulissen schauen. Schon so manche Firmenvertreter haben mir anvertraut, dass die Produktion stillschweigend ins Ausland verlagert wurde und nunmehr die Qualität "natürlich" nicht mehr dem vorherigen Niveau entspreche. In kaum einem Fall kam es durch das Outsourcing zu spürbaren Preissenkungen.
Ausbaden müssen die häufigeren Qualitätsmängel die Händler und die Verbraucher. Die Mangelware muss zum Händler zurückgebracht oder zurückgeschickt werden, der wiederum muss sie beim Hersteller reklamieren. Das ist für alle Seiten unangenehm, zeitaufwendig und teuer. Aber in kaum einer Kostenrechnung werden diese schwerwiegenden Nachteile berücksichtigt.

Auch in der staatlichen Inflationsberechnung tauchen die Qualitätseinbußen nicht auf. Die Inflation ist in Wirklichkeit also höher als angenommen, dadurch sinken auch die Reallöhne und Renten stärker als vermutet. Näheres...

 

8. Beweisebene:


Ramschware statt Qualitätsprodukte...
Ist es sinnvoll, wertvolle Rohstoffe und Ressourcen für minderwertige Produkte zu vergeuden?
Deutsche Möbelhersteller haben sich mit der Herstellung von Billigregalen gar nicht erst abgegeben. So einen Ramsch wie in der Abbildung links gab es früher nicht.

Falsche (subventionierte) Preise verändern das Konsumverhalten!

Die Fehlentwicklung zur Wegwerfgesellschaft ist ebenfalls Folge eines fehlenden Mindestlohngesetzes bei Importen. In Deutschland werden zum Beispiel Textilien im Durchschnitt nur noch sieben Mal getragen. Die ewige Schnäppchenjagd verführt zum überflüssigen Konsum. Ist etwas defekt, wird es meist weggeworfen und nur noch in Ausnahmefällen repariert.
Würde die Menschheit weltweit für ihre Arbeit fair entlohnt, würde sich das Kaufverhalten allgemein ändern, der Respekt vor der Umwelt und Natur zunehmen und mit den globalen Rohstoffressourcen überlegter umgegangen.

Unter diesem Aspekt sei auch die Überlegung erlaubt, ob die Aufhebung der Preisbindung Anfang der 1970er Jahre sinnvoll war. Sie hat einen fürchterlichen Verdrängungswettbewerb in Gang gesetzt, das Geiz-ist geil-Zeitalter eingeläutet, die Monopolisierung vorangetrieben, die fachliche Beratung im Handel dezimiert - und insgesamt betrachtet nicht einmal die Preise für den Verbraucher spürbar gesenkt - weil heute viel zu viel Geld in die Werbung fließt (man denke nur einmal an die exorbitanten Kosten für die Anzeigen- und Prospektflut im Lebensmittelhandel).
Und der Verbraucher bezahlt die ewige Schnäppchenjagd noch mit zusätzlichem Stress: Er muss Angebote studieren und vergleichen und kann nicht mehr im inhabergeführten Tante-Emma-Laden um die Ecke einkaufen, er muss mit seinem Auto (ohne geht's gar nicht mehr) zum nächsten Supermarkt fahren.
In den USA müssen übrigens Mindestpreise eingehalten werden (die der Hersteller bestimmt). Auch das wäre eine Lösung. Sie würde auch die kriminelle Energie (Mehrwertsteuerbetrug, Grauimporte, Produktfälschungen), die sich im Handel immer weiter ausbreitet, abbauen.

 

9. Beweisebene:


Die Globalisierung schürt das Anspruchsdenken!

Weil es uns so unendlich gut geht (allerdings schlechter als 1980), Deutschland als Exportweltmeister gilt und einen hohen Handelsbilanzüberschuss aufweist (der dem Durchschnittsbürger wenig nützt), meint man im Ausland tatsächlich, unser Wohlfahrtsstaat könne für fast alles aufkommen.
Auf diese Weise wurde Deutschland zum größten Nettozahler der EU und zum größten Gläubiger der Euro-Schuldenunion. Deutschland ist nahezu die Nummer 1, wenn es um Entwicklungshilfen, Schuldenerlasse und die Aufnahme von Armutsflüchtlingen geht. Und immer tönt es, es sei noch lange nicht genug, es müsse mehr getan werden.
In den beiden letzten Jahren ist die Bevölkerung in Deutschland aufgrund der Zuwanderung um 1,2 Millionen gewachsen. Nicht einmal 200.000 dieser Neubürger können sich eigenständig ernähren - über eine Million leben jetzt zusätzlich auf Kosten des Sozialstaates. Und dennoch heißt es "der Globalisierung verdanken wir unseren Wohlstand". Wie kann man nur so naiv sein?

 

10. Beweisebene:

Fernlaster ruinieren unsere Straßen und die Anlieger werden zur Kasse gebeten.
Was denken sich unsere Volksvertreter nur dabei?
War es in den letzten 60 Jahren nicht möglich, dieses Unrecht zu beseitigen?

Worüber man nicht spricht!

Viele im Alltag auftauchende Belastungen werden der Globalisierung nicht angelastet, weil über die Ursachen kaum nachgedacht wird. So leiden zum Beispiel inzwischen drei von vier Bundesbürgern unter Schlafstörungen. Das ist nicht zuletzt eine Folge des zunehmenden Straßenlärms und Arbeitsstresses. Gäbe es die "internationale Arbeitsteilung" nicht (würde es also nicht die krassen Lohnunterschiede geben), sähe unsere Welt ganz anders aus (weniger Lohndumping, weniger Leistungsstress, weniger Lkw-Verlehr - mehr Lebensqualität).

Der globalisierungsbedingte Lkw-Fernverkehr führt übrigens noch zu vielen anderen Ungerechtigkeiten: So müssen zum Beispiel in Schleswig-Holstein für die Straßensanierung die Anlieger aufkommen (nur 15 % der Kosten übernimmt das Land). Man stelle sich vor: Da brausen die schweren Lkw dicht an den Häusern vorbei das die Wände zittern (insbesondere bei Umleitungen), und die Anrainer werden zu allem Überfluss auch noch bezüglich der Straßensanierung in die Pflicht genommen (Kosten je nach Grundstücksgröße in der Regel zwischen 10.000 und 30.000 Euro). Bekanntlich richtet ein einziger 40-Tonner so viel Schaden an wie 50.000 Pkw.

Auf den Fernstraßen verursacht der unnötige, globalisierungsbedingte Warentourismus schwere Verkehrsunfälle (mit jährlich etwa 1000 Toten und zigtausend Verletzten). Über die Unfälle wird zwar berichtet, aber über die Hintergründe wird geschwiegen bzw. es wird gar nicht darüber nachgedacht. Es möge doch bitte ja kein Schatten auf die Globalisierung fallen, niemand auf die Idee kommen, über Zölle oder ein Mindestlohn-Importgesetz den Wahnsinn zu beenden.

 

 

Fazit


Gibt es auch nur einen relevanten Anhaltspunkt, der die These einer wohlstandsfördernden Globalisierung bestätigt?
Und ist es wahr, dass "wir" bzw. Deutschland und die westliche Welt von der Ausbeutung der Billiglöhner profitieren?
Nein! Ganz bestimmt nicht! Es handelt sich dabei um infame Unterstellungen, um eine schamlose Volksverdummung und Volksverhetzung. Die gesamte Menschheit könnte aufatmen, würde die Ausbeutung über Zölle oder ein Mindestlohn-Gebot für Einfuhren eingedämmt und das widerliche globale Lohndumping beendet.

 

Hintergrund:
Warum werden wir immer wieder als Schmarotzer hingestellt?
Der Vorwurf des Schmarotzertums und der gewissenlosen Ausbeutung kommt nicht von ungefähr. Die Demütigung dient der Einschüchterung! Es werden Schuldgefühle aufgebaut, die unsere Gesellschaft gefügig machen für Zumutungen aller Art.
Es heißt dann nicht nur, wir sind auf Zuwanderung angewiesen (weil unser Land sonst ausstirbt), wir haben demnach auch die moralische Verpflichtung, Armutsflüchtlinge aufzunehmen (weil "wir" deren Elend zu verantworten haben). Man kennt die abgelutschten Sprüche zur Genüge: "Erst kamen die Waren und jetzt kommen halt die Menschen - so ist das nun einmal".

In jahrzehntelanger Propagandaarbeit wurde uns quasi das Recht auf einen eigenen Nationalstaat bzw. die Wahrung von Eigeninteressen abgesprochen (nicht einmal eine eigene Währung erlaubt man uns). Wer die Umwandlung zum Multikultistaat ablehnt ("Jeder hat das Recht, in Deutschland Asyl zu beantragen"), gilt als verblödeter Unmensch oder rechtsradikaler Rassist. Dabei sollte doch jeder wissen, dass Deutschland nicht das Sozialamt der Welt sein kann.

 

Warum weigern sich unsere Politiker, einen Mindestlohn für Importwaren einzuführen?

Dafür gibt es meines Erachtens nur eine vernünftige Erklärung: Die Kapitallobby hat den Politikern eingetrichtert, ein solches Fair-Trade-Gesetz könnte den Entwicklungsländern schaden und deren Aufstiegschancen einschränken.

Es geht also im Grunde gar nicht darum, was für unser Land bzw. unsere Bevölkerung das Beste wäre, es geht vielmehr um die Belange der Niedriglohnländer. Bei höheren Löhnen, so fürchtet man, würden sich viele Produzenten wieder aus den Entwicklungs- und Schwellenländern zurückziehen (weil, wie bereits erläutert, die internationale Arbeitsteilung bei angeglichenen Löhnen völlig unrentabel und sinnlos wäre).

Es ist aber ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, der Aufstieg eines unterentwickelten Landes sei nur über den Export möglich.
Wird eine solide Kaufkraftbasis und ein nachhaltiges Investitionsklima geschaffen (Bekämpfung der Korruption, der Kriminalität und der Rechtlosigkeit), bietet der eigene Binnenmarkt weit bessere Perspektiven für einen soliden Aufschwung.
Der Aufbau einer eigenständigen, marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaft muss nur eine reelle Chance bekommen - er muss über hohe Zölle vor der übermächtigen ausländischen Konkurrenz geschützt werden.

Es wirkt sich in der Aufbauphase der Entwicklungsländer verheerend aus, wenn die Bevölkerung ihr knappes Geld für angesagte importierte Statussymbole verplempert. Die vorhandene Kaufkraft muss vor allem die Binnenwirtschaft ankurbeln! Es müssen vorrangig heimische Produkte gekauft werden, auch wenn sie zunächst noch nicht das oberste Weltklasseniveau erreicht haben.
Wer unbedingt das Beste haben will, der muss dann halt (über Zölle) tief in die Tasche greifen. Lediglich bei für den wirtschaftlichen Aufbau wichtigen Geräten und Maschinen kann man auf hohe Zölle verzichten.

Bei einer solchen Zollsperre kommen die ausländischen Investoren in Bewegung, schließlich wollen sie den Zugang zu einem neuen Absatzmarkt nicht verschlafen (sie werden vermutlich weit mehr Fabriken als zuvor bauen, die allerdings weitgehend für den inländischen Markt produzieren).

Man erinnere sich: Selbst unter den erschwerten Bedingungen des lähmenden Kommunismus und der wirtschaftsfeindlichen Planwirtschaft war die DDR mit ihren 17 Millionen Einwohnern durchaus in der Lage, nahezu ihren gesamten Eigenbedarf zu decken. Auf einem Niveau, das bereits vor 40 Jahren zehnmal höher war als derzeit in fast allen Staaten Afrikas und vielen exportabhängigen Staaten Asiens und Südamerikas.

 

 

Nachtrag 11. Mai 2017:
Solarworld stellt Insolvenzantrag!
So ist das halt in einer globalisierten (zollfreien) Welt: Nun muss auch der deutsche Solarzellenhersteller Solarworld (3000 Mitarbeiter) einen Insolvenzantrag stellen. Gegen eine ausländische übermächtige Billigkonkurrenz kann ein Produzent in einem Hochlohnland nun einmal kaum bestehen, auch wenn er zu den Pionieren der alternativen Energien zählt und mit seinen zukunftsweisenden Innovationen und Erfindungen bahnbrechende Entwicklungsarbeit geleistet hat.

Wer der Geschäftsleitung jetzt Versäumnisse und Fehler unterstellt, argumentiert unfair. Denn eine echte Überlebenschance hätte das Unternehmen Solarworld vermutlich nur gehabt, wenn es seine Fabrikation in ferne Niedriglohnländer verschoben hätte. Aber selbst eine komplette Auslagerung nützt wenig, wenn andere Staaten ihre Zukunftsindustrien noch zusätzlich über hohe Zuschüsse schützen. Man subventioniert einfach so lange, bis die gesamte Weltkonkurrenz plattgemacht wurde. Ist das Ziel erreicht, können die Subventionen zurückgefahren und die Weltmarktpreise drastisch angehoben werden.
Ein Hochlohnland wie Deutschland hat später kaum noch eine Möglichkeit, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Der Zug ist dann einfach abgefahren, weil die Entwicklung weiter vorangeschritten ist und neue Patente und fehlendes Know-how einen Wiederaufbau unmöglich machen.

Am gleichen Tag (11. Mai 2017):
Martin Schulz will die Produktentwicklung vorantreiben!
In einer aufpeitschenden Wahlkampfrede (zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen) rief der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dazu auf, mehr Geld für die Bildung, die Forschung, für Produktentwicklungen und Startups auszugeben.
Derart mitreißende Appelle klingen zwar gut und machen Mut - im Grunde handelt es sich dabei aber nur um hohle Sprüche, die nichts bewirken und von den eigentlichen Problemen ablenken. Auch die Solarindustrie hat die Bundesregierung einst mit Milliardensummen gefördert - die Früchte ernten jetzt andere. Wenn Stundenlöhne von 30 Cent und 30 Euro aufeinanderprallen, ist der Ausgang dieses von etablierten Parteien so vehement verteidigten Unrechtssystems vorgezeichnet.

 

 

 

Hintergrund:

Globalisierung: Was darf die Bevölkerung darüber wissen?

Globalisierung: "Das kann man bei uns ja nicht mehr produzieren!"
Müssen Schuhe, Textilien, Computer, Handys usw. unbedingt in Lohndumpingländern hergestellt werden?

Trügerischer Wirtschaftsboom: Wann zerfällt das Kartenhaus aus Billiggeldschwemme, Nullzinspolitik und Währungsdumping?

Gibt es eine Lügenpresse?

 

 

Home (Eingangsseite www.anti-globalisierung.de)

Impressum

© Manfred Julius Müller, Flensburg, April 2017

 


Ab sofort im Buchhandel lieferbar (auch in den USA):

Leben wir in einer normalen Welt?
Und darf es keine Veränderungen geben?

Seit 1980 sind die Löhne und Renten in Deutschland deutlich gesunken, obwohl die Produktivität sich verdoppelt hat. Ist das normal, ist das hinnehmbar?
Die Arbeitslosenzahlen haben sich in den letzten 50 Jahren verzehnfacht - muss man auch damit leben?
Und ist es selbstverständlich, dass unsere "blendende Konjunktur" über eine Null-Zins-Billiggeldschwemme (also über die Druckerpresse) gestützt werden muss? Und müssen wir auch noch den wachsenden Stress im Alltagsleben und bei der Arbeit widerstandslos hinnehmen?

Anstatt einmal innezuhalten und über die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte nachzudenken, wird blindlings weitergewurstelt und eine allgemeine Jubelstimmung verbreitet ("Noch nie ging es uns so gut wie heute!").

Im Einklang mit dem Establishment und den internationalen Finanzmärkten preisen "unabhängige" Medien vorbehaltlos den fairen und freien Welthandel (der bei Lohnunterschieden von 1000 % alles andere als fair ist und in den meisten Bereichen heimischen Produzenten kaum eine Chance lässt).

Dabei geht es auch anders! Natürlich könnte man die Übermacht der Konzerne brechen! Auch der andauernde Monopolisierungstrend, die Steuerflucht und die fatale Abhängigkeit vom spekulativen Weltfinanzsystem und Turbokapitalismus ließen sich mit wenigen Eingriffen beenden - man muss es nur wollen. Es bedarf nicht einmal utopischer Wunschvorstellungen (internationaler Abkommen), wie manch prominente Ökonomen sie immer wieder scheinheilig anmahnen - jeder souveräne Staat kann autark handeln!

DAS KAPITAL und die Globalisierung
Plädoyer für die Entmachtung des Kapitals und die Rückbesinnung zur Marktwirtschaft.

Autor Manfred J. Müller, 172 Seiten, Format 17x22 cm,
13,50 Euro

Bestellung über www.amazon.de, www.buchhandel.de, www.ebook.de, www.thalia.de, www.hugendubel.de, www.buecher.de. Das Buch bekommen Sie selbstverständlich auch im stationären Buchhandel (ist dort aber oft nicht vorrätig).

Macht es einen Sinn, den wirklich relevanten Fragen ständig auszuweichen?
Wie erklärt sich das kollektive Versagen der Ökonomen?

Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik. Manche Texte von M. J. Müller fanden auch Einzug in Schulbücher oder werden zur Lehrerausbildung herangezogen.

Aktuelle Bücher von Manfred Julius Müller:
DAS KAPITAL und die Globalisierung - nur Euro 13,50
DAS KAPITAL und die Weltwirtschaftskrisen - nur Euro 5,80
DAS KAPITAL und der Sozialstaat - nur Euro 7,90
RAUS AUS DER EU oder durchhalten bis zum Untergang? - nur Euro 5,90
Der Freihandelswahn - nur Euro 6,50
Menschlichkeit kennt keine Grenzen. Dummheit aber auch nicht! - nur Euro 6,80

Die Texte und Bücher von Manfred Julius Müller sind überparteilich & unabhängig!
Sie werden nicht, wie es leider sehr häufig der Fall ist, von staatlichen Institutionen, Global Playern, Konzernen, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, der EU- oder der Kapitallobby gesponsert!