Translater:


Globalisierung versus Antiglobalisierung:
Was lehrt uns die Coronakrise?

Das Lügengebäude der allmächtigen Globalisierungslobby stürzt mehr und mehr ein - und immer noch versucht man, den massiven Zollabbau der letzten Jahrzehnte zu rechtfertigen.

Soeben lese ich im Spiegel vom 2. Mai 2020, dank Freihandel und globaler Arbeitsteilung gehe es den Deutschen heute so gut wie nie. Aber diese Behauptung ist absolut falsch (und alle darauf aufbauenden Schlussfolgerungen sind es auch). Denn die realen Nettolöhne und Renten sind in den letzten 40 Jahren um ca. 15 % gesunken. Selbst wenn es diesen Abstieg nicht gegeben hätte: Es wäre doch ein absolutes Armutszeugnis und Warnsignal, wenn eine Verdoppelung der Produktivität keine erkennbare Wohlstandsmehrung mehr bringt. Wie kann man sich damit begnügen, wenn 30 oder 40 Jahre produktiver Fortschritt gerade einmal ausreichen, das mit den Uraltmaschinen von damals erwirtschaftete Wohlstandslevel zu halten? Leider haben sich auch noch die offiziellen Arbeitslosenzahlen seit 1980 trotz aller Bilanzierungstricks verdreifacht.
Also bereits vor der Coronakrise durchlebten wir eine lange Phase des schleichenden Niedergangs! Über viele Jahre konnte der totale Zusammenbruch nur über eine abenteuerliche, unmoralische Billiggeldschwemme (Nullzinspolitik) verhindert werden.
So genügte eine eigentlich wirtschaftlich recht unspektakuläre Auszeit von zwei Monaten, um die gesamte Weltwirtschaft ins Straucheln zu bringen - mit unabsehbaren Folgen.

 

Will man sich immer noch jeglicher Logik und Vernunft verweigern?
Sollen keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden? Soll das unsägliche globale Lohn-, Konzernsteuer-, Öko-, Zoll- und Zinsdumping munter weiterbetrieben werden? Sollen die Druckerpressen noch mehr Kunstgeld ausspucken, soll die Wirtschaftswelt in einer Inflations- und Kreditschwemme ertränkt werden? Solange, bis das Vertrauen in unsere Währungen völlig schwindet, es zu brachialen Wertverlusten und Umverteilungen kommt und Recht und Moral zur Bedeutungslosigkeit verkommen?

 

Inhaltsübersicht:

Anders als behauptet hat die "internationale Arbeitsteilung" unseren Wohlstand nicht befördert!

Ein zweimonatiger Lockdown hätte unter normalen Umständen keine systemgefährdeten Auswirkungen gehabt.

Die Welt muss auf den Boden der Tatsachen zurückfinden …

Wie gelingt der Umbruch, wie vermeidet man die Fehler von gestern?

Kann nicht alles so bleiben wie es ist?

Wie wird die Welt sich nach Corona verändern?

Das teure Konjunkturpaket kann nur der Anfang sein!

Wer zahlt die Zeche?

Wer sind die wahren Extremisten?

Die Perversion des Leistungsdrucks: Dürfen nur die Besten überleben?

 

Anders als behauptet hat die "internationale Arbeitsteilung" unseren Wohlstand nicht befördert!
Und unsere Lebensqualität erst recht nicht! Es gibt zwar eine Reihe von Produkten, die durch die Ausbeutung der Arbeitskräfte in den Entwicklungs- und Schwellenländern extrem billig wurden - aber am Ende zählt nur die Gesamtbilanz. Und die bestätigt nun einmal den Niedergang der Erwerbseinkommen in den letzten vier Jahrzehnten.
Wie erklärt sich dieser scheinbare Widerspruch? Die Antwort: Das globale Dumpingsystem drückt nicht nur die Warenpreise, es drückt auch die Lohnkosten nach unten (vor allem in den Hochlohnländern). Die Billigprodukte sind lediglich Blendwerk, die davon ablenken, die hohen staatlichen und sozialen Folgekosten des Outsourcings bewusst wahrzunehmen. Denn die internationale Arbeitsteilung erweist sich nicht nur als äußerst unproduktiv (zusätzliche Aufwendungen für Übersetzer, ausländische Juristen, Bestechungsgelder, Vermeidung von Produktfälschungen und Patentverletzungen, weite umweltschädigende Transportwege, lange Lieferzeiten, zusätzliche Qualitätskontrollen, Produktionsstillstand wegen ausbleibender ausländischer Zulieferungen usw.), die internationale Arbeitsteilung belastet auch den Staat (wegen der stark gestiegenen Massenarbeitslosigkeit, erpressten Subventionen, wegbrechenden Unternehmenssteuern, höherem Bildungs- und Forschungsaufwand usw.). Und wie wir jetzt alle mitbekommen haben, erhöht die internationale Arbeitsteilung auch die Pandemiegefahr. Und das, wo doch der globale Standortwettbewerb auch im Gesundheitswesen zu massiven Kosteneinsparungen zwang.

 

Ein zweimonatiger Lockdown hätte unter normalen Umständen keine systemgefährdeten Auswirkungen gehabt.
Weil (erstens) anders als nach dem 2. Weltkrieg keine Zerstörungen stattgefunden haben. Und zweitens dank genialer wissenschaftlicher und technologischer Errungenschaften sich die Produktivität vervielfacht hat. Zudem konnte das Bürgertum einen gigantischen Berg an Vermögenswerten anhäufen (Immobilien, Sachwerte, Aktien, Lebensversicherungen, Sparguthaben usw.).
Also bei gesunden volkswirtschaftlichen Verhältnissen, einer weitgehenden Unabhängigkeit vom Ex- und Import und von ausländischen Finanzmärkten und Brüsseler Bevormundungen, wäre die wirtschaftliche Bewältigung der Coronakrise ein Klacks. Die meisten Firmen hätten nicht einmal eine staatliche Unterstützung benötigt (weil es den ruinösen europäischen und globalen Unterbietungswettbewerb überhaupt nicht gegeben hätte). Lediglich in wenigen besonders stark gebeutelten Bereichen (Tourismus, Gastronomie, Veranstaltungen usw.) hätte der Staat helfend eingreifen müssen.

 

Die Welt muss auf den Boden der Tatsachen zurückfinden …
und die Vorzüge von Aufrichtigkeit, Tugend und Moral wiederentdecken. Um diese Kehrtwende hinzubekommen, muss zunächst einmal die Verlogenheit der konzernfreundlichen Propaganda und des allgegenwärtigen Gesinnungsjournalismus bloßgelegt werden. In meinem neuen Buch "Die Wandlung Deutschlands nach der Corona-Krise" habe ich mir dies zur dringlichsten Aufgabe gemacht. Denn ohne Aufdeckung der gravierenden, gehirnwäscheartigen "Umerziehungen" kann es keine Einsicht geben! Statt eine echte Neuorientierung anzustreben würde man schnell in alte Denkmuster, Vorurteile und Irrlehren zurückfallen (z. B. Zölle weiterhin ächten und die unselige "internationale Arbeitsteilung" als Erfolg deklarieren).

 

Wie gelingt der Umbruch, wie vermeidet man die Fehler von gestern?
Im ausführlichen dritten und letzten Kapital meines Corona-Buches stelle ich 62 Ideen und Thesen zur Diskussion, die unsere Gesellschaft in eine stabile, klimafreundliche Zukunft transformieren würden. Ich vertrete keine radikalen Ideologien, sondern vielmehr solche, die dem gesunden Menschenverstand einleuchten und, unabhängig von internationalen Abkommen, ohne viel Aufhebens schrittweise umsetzbar wären. Seit 40 Jahren analysiere ich volks- und weltwirtschaftliche Abläufe - mein neues Buch reflektiert die Essenz all meiner Überlegungen, Studien und Erfahrungen.

 

Kann nicht alles so bleiben wie es ist?
Können wir nicht über eine Billiggeldschwemme und Schuldenpolitik das globale Dumpingsystem (den Zollverzicht), die EU-Transferunion, den Euro, die Globalisierung, die ultralockere Asyl- und Zuwanderungspolitik beibehalten? Viele realitätsferne Besitzstandswahrer scheinen dies noch immer anzunehmen. Dabei hat doch schon die Vergangenheit gezeigt, dass die Politik der letzten 40 Jahre ein Irrweg war! Abzulesen an sinkenden Erwerbseinkommen in Deutschland, stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen und einer zunehmenden Spaltung unserer Gesellschaft.
Und nun kommen Staatsschulden in Billionenhöhe noch hinzu! Alles Geld, was schon bald zurückgezahlt werden muss. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Eine Anhebung der Steuern ist bereits im Gespräch, in manchen Euro-Staaten droht man bereits mit einem Schuldenschnitt. Was, wenn die Unternehmen demnächst reihenweise pleitegehen, wenn die Arbeitslosenzahlen sich verdoppeln und verdreifachen? Wie wollen die Träumer und Gutmenschen dann noch ihre weltfremden Ideologien, ihre entarteten "christlichen und europäischen" Werte verteidigen, sprich bezahlen?
Muss Europa zum Beispiel zigmillionen Flüchtlinge aufnehmen? Die Volksrepublik China hat jedenfalls bewiesen, dass es auch anders geht. Sie hat ohne Einmischung von außen, nahezu ohne ausländische Entwicklungshilfen und ohne Massenflucht ihrer Mitbürger das BIP (und den privaten Lebensstandard) in den letzten 40 Jahren verzwanzigfacht. Seit 70 Jahren fließen dagegen immense Entwicklungshilfen nach Afrika - und in den meisten Staaten dort nimmt die Verelendung zu. Auch aus dieser Perspektive heraus muss es doch endlich zu neuen Schlussfolgerungen kommen! Weltweit gibt es 270 Millionen Flüchtlinge. Die meisten von ihnen verließen ihre Heimat, um ihren Zuhause verbliebenen Angehörigen Geld zu schicken. Geld, das keineswegs immer auf anständige Weise verdient wurde. 2019 flossen allein 500 Milliarden Euro an Remissen in Entwicklungs- und Schwellenländer. Aber lösen diese Art von Geldtransfers und die Völkerwanderungen wirklich die Probleme? Oder werden notwendige Reformen dadurch unterlaufen und ergeben sich daraus weltweit weit schlimmere Verwerfungen?
Die sich weltweit anbahnende Weltwirtschaftskrise jedenfalls kann nur gemeistert werden, wenn wir uns generell an alte Tugenden erinnern und zur Rechtschaffenheit und Normalität unserer Wirtschaftswunderjahre zurückfinden. Adenauer, Erhard und Helmut Schmidt waren keine Idioten, sie wussten sehr wohl was sie taten. Und wenn Helmut Schmidt schon vor über 30 Jahren die Warnung ausrief "das Boot ist voll" (was die Zuwanderung betrifft), so war er mit dieser heute verpönten Ansicht sicher kein Rechtsradikaler oder Rassist.

 

Wie wird die Welt sich nach Corona verändern?
Vielen Menschen in Deutschland geht es vorrangig darum zu wissen, wie sich ihre Vermögenswerte in Zukunft entwickeln. Mein Buch befasst sich mit dieser Frage aber ausdrücklich nicht. Weil es auch tollkühne Kaffeesatzleserei wäre, weil ernsthafte Prognosen nicht angestellt werden können. Ich kann keine Anlageempfehlungen aussprechen, wenn am Ende alles mehr oder weniger von der Willkür der europäischen Staatenlenker abhängt. Denn die bestimmen letztlich über das Schicksal des Euro, die Höhe der Neuschulden, der Leitzinsen, die Art der Subventionen, Erhebung der Steuern usw. Und deren Entscheidungen sind oft vom Zufall, von Launen, von der Überzeugungskraft ihrer letzten Berater und Zuträger abhängig.
Man denke zum Beispiel nur einmal an den börslichen Absturz der Großbanken. Die fatale Nullzinspolitik hat deren Aktionäre nahezu enteignet. Und der Ausstieg aus der Atomenergie hat den Energiekonzernen schwer zugesetzt. Es sind solche einsamen Entscheidungen, die alles (auch was die Zukunft betrifft) unberechenbar machen. Also nochmals: ich kann mit meinem Coronabuch nur anraten und erläutern, was getan werden müsste, um volks- und weltwirtschaftlich zu gesunden. Je früher diese Annahmen und Realitäten von der breiten Bevölkerung verstanden und angenommen werden, desto eher werden sie auch von der Politik umgesetzt. Denn auf Dauer kann gegen den Bürgerwillen nicht regiert werden.

 

Regierungen können alles verdummen …
Auch wenn es keine kriegsbedingten Zerstörungen gibt, können Regierungen die Welt dennoch ins Chaos stürzen. Durch eklatente Fehlentscheidungen. So wie nach dem New Yorker Börsencrash 1929. Damals gab es eigentlich auch keinen realen Grund für den globalen Absturz (der schließlich zum II. Weltkrieg führte). Hätten die schlauen Finanzexperten und Volksvertreter seinerzeit nicht auf eine totale Geldverknappung gesetzt, wäre alles anders gekommen.
Heute beschreitet man den gegenteiligen Weg, man beschließt spektakuläre Konjunkturprogramme und Staatshilfen, als ob es keinen Morgen gäbe. Man wechselt also von einem Extrem ins andere. Wie diese Kehrtwende nun ausgeht, weiß heute niemand und lässt sich auch nicht berechnen. Weil weltweit das Finanz- und Wirtschaftssystem dermaßen miteinander verzahnt und verflochten ist, dass es weder richtig durchschaut noch kontrolliert werden kann.

 

Das teure Konjunkturpaket kann nur der Anfang sein!
Wird mal wieder alles vergeigt? Erfüllt das am 4. Juni 2020 von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket seinen Zweck? Kommt damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung? Man weiß es nicht! Mag sein, dass damit die Konjunktur zunächst wieder angekurbelt werden kann - aber eine dauerhafte Lösung ist das bestimmt nicht. Wichtiger als schnell verbranntes Geld für kurze Strohfeuer sind langfristig wirkende Maßnahmen. Die Grundsatzfragen müssen gestellt werden, um die Wirtschaft auf eine solide Basis zu stellen. Damit man endlich herauskommt aus der Zwangsjacke unnötiger Im- und Exportabhängigkeiten, damit man sich vom Joch des europäischen und globalen Lohn-, Konzernsteuer-, Öko-, Zins- und Zolldumpings befreit und nicht auf Gedeih und Verderb dem international vernetzten, spekulativen Finanzsystem ausgeliefert ist.
Niemand weiß, ob die teuren, unredlich finanzierten Stützungsprogramme und die riskanten EU-Bürgschaften ausreichen! Niemand weiß, ob das Vertrauen der Bürger in die Billiggeldschwemme endlos ist, ob das so unsolide zusammengezimmerte Konstrukt nicht in einer Apokalypse endet. Um so mehr müssen wir darauf bedacht sein, das Fundament für eine nachhaltige, gerechte und von äußeren Störfaktoren weitgehend unabhängige Wirtschaftspolitik zu legen.

Geld wird verschleudert!
300,- Euro Sonderprämie für jedes Kind, auf Pump finanziert. Hartz-IV-Großfamilien, die es nicht einmal für nötig betrachten, die Corona-Abstandsregeln zu befolgen, werden sich über diesen Geldsegen sicher freuen. Dabei sind sie finanziell in keiner Weise von der Krise betroffen, denn ihr staatlich garantiertes Einkommen sinkt ja nicht. Erwerbslosen droht nicht die Kurzarbeit und sie sind auch nicht auf Kitas angewiesen!

Die Absenkung der Mehrwertsteuer setzt falsche Signale!
Was kann die zunächst auf sechs Monate befristete Absenkung der Mehrwertsteuer um drei Prozent groß bewirken? Welcher Händler wird sich die Mühe machen, jetzt alle seine Preise neu auszuzeichnen, um die sich rein rechnerisch ergebenden 2,5 % zu senken? Was für ein Kuddelmuddel und Mehraufwand wird diese vorübergehende Absenkung bei der Steuerermittlung anrichten? Vielleicht werden einige Anschaffungen vorgezogen - die Lücke danach wird aber um so schlimmer.
Vor allem setzt die Mehrwertsteuerreduzierung ganz falsche Signale. Denn eigentlich müsste der gegenteilige Weg beschritten werden: Die Lohnnebenkosten (Sozialversicherungsbeiträge) müssten schrittweise abgesenkt und vermehrt über Zölle und die Mehrwertsteuer finanziert werden. Das wäre ein Beispiel verantwortungsbewussten Handelns! Aber leider gibt es immer noch Sozialpolitiker, die tatsächlich meinen, die Mehrwertsteuer sei unsozial. Das Gegenteil ist der Fall! Aber was soll man von Politikern erwarten, die immer noch der konzernfreundlichen Propaganda anhängen und den Sirenengesängen der Gesinnungsjournalisten vertrauen?

 

Ist das 750-Milliarden-Aufbauprogramm der EU notwendig?
Die EU will 390 Milliarden Euro als "Geschenk" an notleidende Länder verteilen, weitere 360 Milliarden als spottbillige Sonderkredite vergeben. Wobei natürlich keiner weiß, ob diese Sonderkredite jemals zurückbezahlt werden oder die Rückzahlung so lange hinausgezögert wird, bis sich die Schulden weitgehend weginflationiert haben.
Die Frage, ob dieses erste Aufbauprogramm (vielleicht folgt ja noch ein zweites und drittes) überhaupt notwendig ist, kann niemand beantworten. Mag sein, dass in der verzweifelten Lage, in der die Europäische Union sich abermals befindet, eine solche Aktion rechtfertigt. Aber ohne Grundsatzreformen (einheitliche Steuern in der EU, allmählich ansteigende Zölle auch innerhalb der EU) können keine nachhaltigen Erfolge erzielt werden. Und ob diese Einsicht ohne nennenswerten Druck aus der Bevölkerung sich rechtzeitig durchsetzt, scheint eher unwahrscheinlich. Fest steht: Ohne bevormundende EU-Transferunion würde es heute allen europäischen Staaten besser gehen, eine Alimentierung anderer Staaten wäre nicht erforderlich. Weil wirklich souveräne demokratische Staaten nun einmal darauf eingestellt sind, sich selbst zu helfen und es deshalb sich dort auch kein großer Reformstau aufbauen kann. Der Solidaritätsgedanke trübt die Eigenverantwortung. Die Gretchenfrage: Warum sind innerhalb der EU ständig Solidarhilfen erforderlich, wo doch außerhalb Europas alle zivilisierten Staaten ohne diese Hilfe auskommen (müssen)?

 

Warum wurden die EU-Hilfspakete so schnell durchgewunken?
EU-Experten hat es sicher überrascht, wie schnell sich die 27 Mitgliedstaaten über das 1,8 Billionen Euro teure Mammutprojekt (Coronahilfen + EU-Haushalte) haben einigen können. Hintergrund dieser ungewohnten Dynamik scheint mir die nackte Angst vor einem endgültigen Zusammenbruch der EU. Die Mehrheit der Italiener war schon lange europamüde - die Folgen der Coronakrise hätte womöglich das endgültige Ende der EU (oder zumindest der Eurozone) bedeutet. Vor diesem Tag der Abrechnung fürchten sich alle Verantwortlichen. Denn es geht um ihre Reputation und es geht um ihre Pfründe. Zigtausend hochdotierte EU-Posten, grenzenlose Macht und Ansehen sind in Gefahr.
Die EU-Hilfspakete erscheinen mir wie das letzte Aufgebot! Der verzweifelte Kraftakt erinnert mich an Hitlers Glauben an den Endsieg. Er konnte die Aussichtslosigkeit der Lage nicht anerkennen, hoffte auf den "Volkssturm" und den rechtzeitigen Einsatz der deutschen Wunderwaffen (Düsenjäger, Raketen und Atombomben). Am Ende befehligte er sogar Armeen, die es gar nicht mehr gab.
Die heutigen Wunderwaffen heißen Nullzinspolitik, Geldschwemme, Aufkauf von Staatsanleihen, Fiskalunion, Kurzarbeit. Immer im Vertrauen auf Deutschland: deren wirtschaftliche Stärke, deren Finanzkraft, deren Solidarität. Schon immer galt der Satz: "Die EU funktioniert, solange Deutschland zahlt!". Und immer noch verbreitet die Konzern- und Kapitallobby ungeniert die These "Deutschland profitiert am meisten davon, wir müssen schließlich unsere Absatzmärkte retten!". In der Panik geht der Realitätssinn leicht verloren. Man pokert bis zum bitteren Ende und klammert sich an unerfüllbare Visionen und Wunschträume.

 

Wer zahlt die Zeche?
Der Bund erweist sich als äußerst großzügig, wenn es um die Umverteilung der Gelder geht. Die Konjunkturpakete verschlingen hunderte von Milliarden Euro und auch andere EU-Staaten sollen mit deutschen Geldern massiv unterstützt werden. Italien z. B. erhält allein über 80 Milliarden von der EU als Geschenk (davon soll angeblich jeder Italiener erst einmal 500 Euro Urlaubsgeld bekommen). Aber Gemach, wichtig ist doch, wo das viele Geld herkommt. Wer finanziert am Ende den Geldregen? Das zu ermitteln fällt nicht schwer, die Opfer sind schnell ausgemacht. Es sind wieder einmal vorrangig die Kleinsparer und Besitzer von Lebensversicherungen. Denn finanzierbar sind die immensen Umverteilungen nur über die Billiggeldschwemme und die widernatürliche Nullzinspolitik.
Ist das nun die moderne Form des Sozialismus? Sollen alle, die für das Alter privat vorgesorgt haben, schleichend teilenteignet werden? Es schaut ganz so aus! Obwohl man doch weiß, wie unmoralisch und hochexplosiv ein solches Hasardeurspiel ist.
1. Jederzeit kann das ganze europäische Finanzsystem kollabieren! Aber nicht nur das:
2. Eine Nullzinspolitik unterwandert auch die Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft! Wozu sich noch groß anstrengen, wenn Erspartes staatlich entwertet wird und es vielen Hartz-IV-Familien finanziell besser geht als entsprechenden Erwerbstätigen-Haushalten?
3. Eine Nullzinspolitik torpediert marktwirtschaftliche Grundsätze. Es lohnen sich plötzlich arbeitsplatzvernichtende Investitionen, die sich sonst niemals rentieren würden.
4. Es entsteht eine Zombiewirtschaft! Kranke Unternehmen, die schon zuvor selten bis nie Gewinne erwirtschafteten, werden über Billigstkredite durchgeschleppt. Der notwendige Regenerierungsprozess unterbleibt.

Fazit: Leidtragende sind am Ende fast alle Bundesbürger.

 

Kommt die zu erwartende Pleitewelle erst nach der Bundestagswahl?
Um Firmen "mehr Zeit zur Sanierung zu geben", brauchen wegen Corona in Not geratene Betriebe derzeit keine Insolvenz anmelden. Das Moratorium gilt rückwirkend ab 31. Dezember 2019 - derzeit ohne konkrete Zeitbefristung. Es gibt Bestrebungen, die Insolvenz-Antragspflicht bis auf Ende März 2021 auszusetzen oder gar bis Ende 2021 zu verlängern. Ebenso soll das Ende des Kurzarbeitergeldes hinausgezögert und die staatlichen KfW-Stützungskredite sollen auch erst ab 2022 zurückgezahlt werden. Wie es ausschaut, haben viele Politiker eine panische Angst vor einer schon bald einsetzenden Pleitewelle. Denn die würde natürlich auf die anstehende Bundestagswahl im Herbst 2021 einen gewaltigen Einfluss haben.

 

Wer sind die wahren Extremisten?
Etwa diejenigen die meinen, jede gesunde Volkswirtschaft brauche eine eigene Währung, eine verantwortungsvolle Geldpolitik (keine Billiggeldschwemme), gesicherte Zoll- und Staatsgrenzen? Oder sind vielmehr diejenigen Extremisten, die auf die obigen Werte pfeifen und alles auf das globale Lohn-, Steuer-, Öko-, Zoll- und Zinsdumping setzen?
PS: Am 5. Mai 2020 bekräftigte unser Bundesverfassungsgericht, das monströse Staatsanleihen-Ankaufprogramm der EZB sei größtenteils rechtswidrig! Aber wen interessiert das schon? Die tonangebenden Gutmenschen bestimmt nicht. Und die hohe Politik findet bestimmt wieder ein Schlupfloch, das eindeutige Urteil zu umgehen oder auszusitzen.

 

 


Übrigens:
Wem nützt der stetig brodelnde globale Unterbietungswettbewerb?

Profitiert der Verbraucher oder gar die Menschheit davon, dass Preise immer weiter runtergeknüppelt werden? Eben nicht, wie die paradoxen Lohnentwicklungen in den Industrienationen eindrucksvoll belegen. Wie kann es sein, dass sich seit 40 Jahren die inflationsbereinigten Nettolöhne selbst im deutschen Exportwunderland im Sinkflug befinden, wo doch eigentlich die genialen produktiven Fortschritte weit mehr als eine Verdoppelung hätten erbringen müssen?

In diesem Kontext darf es wohl statthaft sein darüber nachzudenken, wie dieser schleichende Niedergang zu erklären ist. Was also bewirkt der globale Dumpingwettbewerb? Um es vorwegzunehmen: auf breiter Front nichts Gutes! Denn zunächst einmal werden dabei die Arbeitnehmer in die Mangel genommen. Wegen der weltweiten Konkurrenz stehen fast alle Werktätigen im direkten Wettbewerb mit den Niedriglohnländern. Da gibt es kaum ein Entkommen - es sei denn, man würde über angemessene Zölle eine wirksame Schutzbarriere schaffen. Dieses perverse globale Lohndumpingsystem macht Konzerne reich - auf Kosten des Fußvolks. Tesla hat zum Beispiel in diesem Jahr seinen Marktwert bereits verfünffacht, die anderen US-Giganten (Amazon, Apple, Microsoft usw.) immerhin verdoppelt. Man sieht also, wohin das Geld fließt.

Aber der globale Unterbietungswettbewerb hat noch ganz andere Auswirkungen: Er befeuert die Kriminalität! Und damit meine ich nicht nur die übliche Steuerhinterziehung (Stichwort Steueroasen), an die die Menschheit sich bereits weitgehend gewöhnt hat (weil Regierungen keine Anstalten machen, das ruchlose Treiben zu beenden). Noch Ärger als die Steuerflucht ist der stete Druck auf alle Wirtschaftsbetriebe (weltweit), preislich konkurrenzfähig zu bleiben. Um nicht unterzugehen werden zahlreiche Unternehmen zu Betrügern, indem sie sich zum Beispiel über vorgetäuschte Exporte Mehrwertsteuerrückzahlungen erschleichen. Der Steuerschaden dieser Karusselgeschäfte soll sich für 2019 innerhalb der EU allein auf ca. 60 Milliarden Euro belaufen. Gesetzestreue Hersteller und Händler stehen mit diesen Kriminellen im Wettbewerb. Also müssen auch sie sparen. Das geschieht dann beim Personal (Leistungsverdichtung) oder aber über zahlreiche andere Tricks. Zum Beispiel, dass man in Geräte minderwertige Teile einbaut, billigere Materialen verwendet, Qualitätskontrollen einschränkt, mit Produktplagiaten oder II.-Wahl-Artikeln handelt, Hehlerware usw. vertreibt. Ich möchte hier keine unnötigen Anregungen liefern - aber seien Sie sich gewiss: Es ist ein Spiel ohne Grenzen, es eröffnen sich immer neue Möglichkeiten des Betrugs. Daher meine Befürchtung: Falls das globale Unterbietungssystem nicht über Zölle eingedämmt wird, werden am Ende nur solche Firmen/Konzerne überleben, die am raffiniertesten kriminelle Energie entwickeln bzw. bestehende Gesetze missachten.

Welche schlimmen Auswirkungen das globale Unterbietungssystem allgemein hat, sieht man bereits in der Nahrungsmittel- und Fleischproduktion. Da werden zum Beispiel gesunden Küken Antibiotika verabreicht, damit sie schneller wachsen und innerhalb von drei Wochen schlachtreif sind. Und dann wundert man sich später, wenn Patienten sich im Krankenhaus multiresistente Keime einfangen, die jährlich zigtausende Todesopfer fordern (weit mehr als durch Corona). Auch die unsägliche Massentierhaltung, die Monokultur auf den Feldern, die irre Subventionierung der Landwirtschaft sind alles Folgen eines sich verheerend auswirkenden globalen Dumpingsystems. Das Seltsame: Beim Verbraucher kommt diese staatlich geförderte Preisdrückerei gar nicht an. Weil er in das System über den Lohn eingebunden ist, gehört er zu den großen Verlierern - auch wenn Politik & Medien gerne ein ganz anderes Bild vermitteln. Ich wundere mich immer, wenn süffisant Erfolge gefeiert werden ("Noch nie ging es uns so gut wie heute!"). Man proklamiert einen tollen Anstieg der Reallöhne und räumt im gleichen Atemzug ein, dass immer mehr Durchschnittslöhner ihre Miete nicht zahlen können. Liebe Propagandaleute: Die Miete ist nun einmal ein realer Kostenfaktor, sie gehört zu den Lebenshaltungskosten. Die Behauptung, "der Wohlstand wachse unaufhörlich und gleichzeitig werden die Mieten unbezahlbar" beißt sich irgendwie. Das passt nicht zusammen. Aber die undurchschaubere Berechnung der Inflationsrate ist schließlich auch Bestandteil der allgemeinen Verschleierungstaktik. Die Formel "Nettolohn - Inflationsrate = Reallohn" verführt zur Bagatellisierung der jährlichen Preissteigerungsrate. Das zahlt sich wiederum aus bei Lohnverhandlungsrunden und der Bestimmung des Leitzinses. Weitergehende Ausführungen …

 

 

Die Perversion des Leistungsdrucks:
Dürfen nur die Besten überleben?
Das globale Lohn-, Konzernsteuer-, Öko-, Zoll- und Zinsdumping zwingt unser Land zu permanenten Höchstleistungen. Wegen seiner teuren Kostenstruktur kann Deutschland im internationalen Verdrängungswettbewerb nur bestehen, wenn es "Weltklasse" ist, alle anderen überflügelt und absolute Spitzenprodukte abliefert.
Das bedeutet: Ständiger Leistungsdruck für alle Schüler, Studenten und Erwerbstätigen! Lernen und arbeiten bis zur Erschöpfung! Obwohl doch der stete technologische Fortschritt eigentlich zur Verbesserung der Lebensumstände beitragen müsste. Statt weniger Stress und mehr Freizeit verläuft die Spirale aber genau andersherum.
Wann steigen wir endlich aus aus dem globalen Dumpingsystem, wann verlassen wir den ausbeuterischen Teufelskreis? Wann "erlauben" unsere Medien und Volksvertreter wieder Maßnahmen, die unsere Bürger aus dem unwürdigen Hamsterrad-Käfig befreien?

 

 

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Lesenswert! Hintergrund & Analyse (alles werbefrei):
Wurden die Republikaner bzw. Donald Trump um den Sieg betrogen?
Die Nachteile der Globalisierung
Der Fluch der langen Lieferketten …
Die Nachteile der Globalisierung
Ist der Kapitalismus reformierbar?
Globalisierung: Die Ignoranz der Fakten

75 Vorurteile und Irrlehren bilden das Fundament unserer Politik!
Auf diese 75 Propagandaphrasen ist mehr oder weniger alles aufgebaut. Aufgrund dieser falschen Heilslehren verzeichnen wir seit 40 Jahren einen schleichenden Lohnrückgang und eine Vervielfachung der ungeschönten Arbeitslosenzahlen. Werden diese Täuschungsmanöver nicht endlich aufgearbeitet und abgebaut, wird man die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise schwerlich in den Griff bekommen. Denn schon jetzt soll die Coronakrise Deutschland bis Ende 2020 bis zu 1,5 Billionen Euro kosten. Einfach immer weiter neues Geld generieren und Zinsen in den Minusbereich abdriften zu lassen - das kann auf Dauer nicht gutgehen.

 

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© Manfred J. Müller aus Flensburg
. Erstveröffentlichung 2. Mai 2020.

 

  

"Die Corona-Krise beweist einmal mehr, dass ich mit allen meinen schon vor Jahren und Jahrzehnten aufgestellten Thesen und Prophezeiungen richtig lag!" (Manfred Julius Müller)

 

Schon vor Corona sanken die Löhne. Und was erwartet uns jetzt?

Wollen wir uns wirklich mit stetig sinkenden Reallöhnen und steigenden Arbeitslosenzahlen abfinden?
Sei 40 Jahren befindet sich Deutschland (und viele andere westliche Industrienationen) im schleichenden Niedergang. Trotz steter produktiver Fortschritte sanken seit 1980 die inflationsbereinigten Nettolöhne und Renten, vervielfachten sich die Arbeitslosenzahlen und kam es in fast allen Berufen zu heftigen Leistungsverdichtungen. Warum? Weil unsere Demokratien (Politik & Medien) über geschickt lancierte, konzernfreundliche Lebenslügen sich weitgehend von der Vernunft und Realität verabschiedet haben. Weil den Wählern wichtigste Informationen vorenthalten werden, glauben sie mehrheitlich, das innereuropäische und globale Lohn-, Konzernsteuer-, Ökologie-, Zoll- und Zinsdumping sei ein notwendiges, unabwendbares Übel.

 

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Zerbricht jetzt die verlogene, konzernfreundliche Welt des Gesinnungsjournalismus?
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Das Coronabuch liefert allumfassende, leicht verständliche Erklärungen für das raffinierte Zusammenspiel der kontraproduktiven Kräfte und Strömungen. Es überzeugt durch seine stichhaltigen Argumente. Es zeigt auf, wo angesetzt werden müsste, um unsere Welt nachhaltig zu ändern. "Die Wandlung Deutschlands nach der Coronakrise" bietet ein plausibles Gesamtkonzept und verliert sich nicht in widersprüchlichen, realitätsfernen Einzelmaßnahmen.

Welche wirtschaftlichen Konsequenzen muss Deutschland aus der Coronakrise ziehen?
Ein "Weiter-So!" kann und darf es nach Corona nicht geben. Denn wenn sich grundlegend nichts ändert, droht ein Kollaps der Weltwirtschaft. Dann werden besopnders im- und exportabhängige Staaten zu drastischen Maßnahmen greifen müssen (Währungsreformen, Hyperinflationen, Vermögensabgaben, Steueranhebungen, Rentenkürzungen, höhere Sozialversicherungsbeiträge, Kürzungen der Sozialhilfen usw.).



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Eine echte Demokratie lebt von der Gegenrede! Das scheinen viele Politiker und Gesinnungsjournalisten nicht akzeptieren zu wollen. Dabei darf der Blick für das Wesentliche nicht verlorengehen. Bühnenreife Schaudebatten über Nebensächlichkeiten lösen keine Grundsatzprobleme, sie lenken nur ab.